Die letzten Nächte habe ich an der Rattatataa-Ohrwurm-Maschine verbracht, das Kleid mit den gelben Blumen schneidern für das Fest morgen. Dieses Wochenende wird aufregend, sonnig wie die neuen gelben Schuhe von Dotti und so schnell vorbeigehen.
Aber ein kleiner Trost: Nach dem Wochenende, am Dienstag, kann man hier über die nächste Kolumbien-Etappe lesen. Bis dahin: Gemütliches Pfingsten!
Sonntagmorgen, 7 Uhr, Hamburg Barmbek, strahlender Sonnenschein. Stefanie und ihr tapferer früh aufgestandener Begleiter, krambeutel im großen Koffer. Das erste Obergeschoss des Museums der Arbeit: lichtdurchflutet eingerichtet mit Getränkekästen, Holzbrettern, und vielen weiß lackierten Baumstämmen. Der krambeutel kanns mal wieder nicht selbst, so baut Stefanie ihm seinen Stand auf. Aus LKW-Plane aus Tischdecke, den tollen Altonaer Obstkisten als Regal, ein paar Stecken als Baum. Wenn auch nicht weiß lackiert, aber immerhin ein Baum! Um 10 Uhr kamen die Besucher. Erst die älteren, dann die jüngeren mit den Kindern, dann die jungen mit den kleinen Augenringen, dann die jungen mit den großen Augenringen. Hamburg war dem Beutel wohlgesonnen, nahm alle Flyer mit und auch ein paar Taschen. Der Tag verging rasend mit Gesprächen, Stehen und selbst gemachter Limonade, die zwei liebe französische Kinder einfach so überreichten und dann noch ein paar maßgeschneiderte Beutel orderten. Ja, das war fein. Danke Hamburg! Wir kommen wieder.
Tausch- und Kaufgut: Kette und neongelbe Anstecker von Standnachbarin Frau Götz, das Armband von Steinkopf, das Stadt-Poster von buchstabentorte
Abends dann: Plattfüße, steife Beine, ein bisschen Hals und den besten Kaiserschmarrn!
Danke Jenny und Jojo! Es war uns mal wieder ein Fest!
Da der Beutel und Stefanie am Sonntag ganz früh zum Aufbau des krambeutel-Standes beim besondersschön-Markt im Museum der Arbeit starten mussten, sollte am Samstag alles besorgt werden, was nicht aus München mitkonnte. Als erstes waren das schöne Obstkisten, um damit ein Regal zu bauen. Dem Glück und dem schlauen Kopf unserer Gastgeberin Jenny sei Dank, dass diese Mission bereits um 10 Uhr als erledigt betrachtet werden konnte. So trieben wir uns rum. Beim ganz frisch eröffneten idee creativmarkt in Altona erglücksraddrehten wir uns 30% Rabatt und kauften Bastelsachen für alle zukünftigen Jahre. Auf dem Weg zum Copyshop erspähten wir den Bonscheladen und wühlten uns durch die Piraten- und Ankerabteilung und nahmen Cellophantütenweise die bunten Zuckerschätze mit nach Hause. Ein Halstuch, rosarote Schnürsenkel und viele viele Eindrücke später war es Zeit für eine Kuchenrast im Café Schmidt. So Einkaufserfolgsglücklich bin ich selten nach Hause. Das war schon kurz nach Mittag ein vollkommen gelungener Tag.
Seht ihr die kleinen Anker? Toll, oder?
Nachmittags folgte ein Selbstversuch. Stefanie als höhen- und vor allem sehr tiefenängstlicher Mensch wagte sich auf die schwankende Ebene. … hatte in sieben Meter Höhe in die Deichtorhallen eine Ebene aus Stahl, Holz und einer spiegelnden Oberfläche gehängt, die betreten und behüpft und belaufen werden kann. Allein beim Gedanken, mehr oder weniger frei schwebend (gesichert von ein paar Stahlstangen, die die Ebene von der Decke hängen lassen) in einem Raum zu sein, verursachte Herzklopfen. Das wurde schneller beim Stehen auf diesem Ding. Auf dem Rücken liegend gings wieder besser, die Decke bewegte sich kaum vor meinen Augen, doch als ich mich dann auf den Bauch drehte, und gleichzeitig ein paar übermütige lebensmüde Kinder zu rennen und springen anfingen und das ganze Ding wie ein Floß im Sturm wankte und schwankte, galt es extrem tief durchzuatmen und das künstlich-Entspannungsprogramm zu starten. Der Gehirncomputer fuhr hoch, befahl langsamer zu atmen, zweimal tief Luft zu holen und dem Herz, ein bisschen langsamer zu klopfen. Ha! Überlistet.
Zur Belohnung: große Schiffe sehen. Diese drei Aida-Brummer küssten sich mit einem lauten Tuten und weil der Wind eisig und vor allem windig war, schauten wir die Schiffstaufe, scheinbar das Großereignis des Samstagabend, zu Hause unter der Wolldecke.
Aida-Schiffe und küssende Kräne im Sonnenuntergang.
Gerade eben bin ich zusammen mit dem krambeutel wieder zu Hause in München angekommen. Wir haben einen Ausflug gemacht, nach Hamburg.
Gleich am ersten Wochenende nach einem langen Urlaub wieder wegzufahren ist garnicht so übel. So gewöhnt man sich Schritt für Schritt wieder an das Alltagsleben und darf sich dank Mini-Urlaub nochmal ein bisschen selbst um das Alltagserlebnis betrügen.
Am Freitag früh fuhr der ICE nach Hamburg, Stefanie war in Schlafmangel-Trance, stopfte den Riesenkoffer voll mit krambeuteln in eine Ecke und schwuppt wurde das Kolumbien-Reisetagebuch fertig geschrieben, als würden sich die Finger unabängig vom Gehirn an die Arbeit machen, weil das Gehirn ohnehin nichts zustande bringt. (Einer online-Stellung steht jetzt nur noch die Bilder-Mediathek des beleidigten Computers im Weg, die will sie nicht so recht herzeigen und bearbeiten lassen.) und ganz gleich später war Hamburg auch schon da.
Am Nachmittag fuhren wir Schiffe schauen an den Landungsbrücken. Da war was los, auf der Elbe! Hafengeburtstag. große Schiffe, kleine Schiffe, viele mit Masten, aber ohne Segel, noch mehr mit Motor. Bis dann so ein riesiger Segelbrummer direkt vor unserer Nase anlegte, wir von dicken Kapitänsmützen verscheucht wurden und wegen des fabelhaften Schwedenwetters sowieso Kaffeedurstig waren. Der Abend begann mit einem wahnsinnig schnellen Spaziergang durch die Schanze, dem besten Hausschuhkauf des Jahres (der erste und letzte) bei Minimarkt in der Bartelsstraße und einer fabelhaften Pizza bei Hate Harry am Pferdemarkt. Fein.
hübsche Dinge bei Minimarkt: Das Wetterhäuschen, die türkisen Tongefäße, die skandinavisierten Trinkbecher
Heute ist der 24. Dezember, und es fühlt sich (wie schon so oft) so an als wäre Weihnachten gerade eben erst gewesen. Als wäre Weihnachten ständig und Geburtstag so selten! Vielleicht auch deswegen, weil Weihnachten gleich mehrere Tage plus eventuelle Ferien ist und nicht nur ein blitzeschneller Tag, der einfach so vorübergeht – wenn man nichts dagegen tut.
Ich finde, das war eine sehr schöne Adventskalender-Zeit. Ich danke für die netten Kommentare und die Schnupfen-Killer und die erfreuten Gewinner und die fleißigen Nachbacker.
Heute gibt es hier Nichts mehr zu gewinnen und auch kein Rezept oder einen Lesetipp, sondern ein dickes DANKE und ein dickeres SCHÖNE RUHIGE TAGE und ein ganz ganz dickes ICH WÜNSCHE MIR, DASS IHR WEITERHIN IMMER MAL WIEDER BEI STEFANIEUNDPAUL VORBEISCHAUT. Und dann schnell Hallo sagt oder irgendetwas anderes Nettes (Oder un-Nettes wenn irgendwas blöd ist).
In den letzten Wochen sah es in unserer Arbeitszimmer-Werkstatt aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, weil viele krambeutel genäht und viele Weihnachtsgeschenkchen gebastelt wurden und dabei keine Zeit für einmal ordentlich durchfegen war. Wenn die ganzen Dinge verteilt und angeschaut und bespielt wurden, dann zeig ich euch, was das denn alles ist, was hier so entstanden ist. Wenn es kein Geheimnis mehr ist.
Außerdem habe ich hier noch einen Stapel Nähbücher rumliegen, die ich besprechen und verschenken will.
Außerdem finde ich, dass wieder mehr fotografiert werden muss.
Außerdem beginnt die Kolumbien-Recherche gerade erst, vielleicht finde ich ja den ein oder anderen Film-/Musik-/Buch-Tipp dabei, der zeigenswert ist, und wenn nicht, dann tut sich bestimmt bei der großen Reise was auf.
Überhaupt: Gereist wird! Und der krambeutel bereitet sich gerade auf einen Triathlon vor.
Ach, 2012 wird toll.
Aber jetzt erstmal: Einen grandiosen Endspurt für 2011!
und viel Wärme:
wünscht STEFANIEUNDPAUL.
(Sardussi bekommt ein türkises S
däNaddel bekommt die Wellnesskarten)