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Rund um den Richardplatz

 

 

 

Richardshof, Ordenshof, vermutlich nach seinem Gründer, einem Tempelritter namens Richard, benannt, wurde 1360 vom Hochmeister des Johanniterordens Hermann von Werberg, zugleich Statthalter in der Mark Brandenburg, und dem Komtur des Ordens, Dietrich von Sasar, in das DorfRichardsdorp (Rixdorf) verwandelt.
http://berlin.kauperts.de/Strassen/Richardplatz-12055-Berlin#Geschichte)

Und nach dem Spaziergang: vegane Torte im VUX!

 

 

Womit der Tag beginnt.

Bei manchen Leuten beginnen alle Tage gleich. Sie stehen zur gleichen Uhrzeit auf, nehmen die Gegenstände im Bad täglich in der gleichen Reihenfolge zur Hand, frühstücken das gleiche Müsli mit der gleichen Menge Milch und verlassen zur gleichen Uhrzeit das Haus um zu ihrem immer gleichen Schreibtisch zu fahren. Das ist toll, weil da ist gewiss, was passiert, nur schlimm ist es, wenn etwas nicht passiert oder die Milch alle ist. Ich bin normalerweise auch ein Fan von Abläufen, die funktionieren. Das kann sein, dass der Waschmaschinenwaschgang genau zwischen zwei Termine passt, oder dass eine Sache, die längt erledigt werden will plötzlich genau an einem perfekten Abend dafür leicht von der Hand geht und trotzdem alle anderen Dinge auch noch sich gleichzeitig wie von selbst mit erledigen. Oder dass unerwarteter Besuch eintrifft, mit dem ein längt zu erforschendes Café, in dem es zufällig genau an diesem Tag den legendären Käsekuchen gibt, endlich mal ordentlich begutachtet wird. Es ist das Gefühl, etwas geschafft zu haben, was sich breitmacht, beim Abends (natürlich rechtzeitig, mit einem Buch, und gesundem Schlaf vor Mitternacht) ins Bett gehen.

Der heutige Tag begann mit einem großen Regen über München und einem großen Frühstück mit Gesprächen über seltsame Leute in Autos.

Der gestrige Tag begann mit dem Sonnenaufgang über dem Berliner Ostkreuz.

Der vorgestrige Tag begann mit einem besten Käsekuchen bei Lina Rothenberger in der Habsburger Str. 4 / Berlin.


Da kann man auch Kaffeetrinken und tagsüber essen. Spinatstrudel zum Beispiel. Oder da sitzen auf diesen grünen Stühlchen und mal hören was die anderen Menschen so besprechen.

der Krater im Wald

Vor gut zwei Jahren habe ich sie kennengelernt. Bilder in Büchern, im Internet, Beschreibungen aus dunkelbraunen deutschen Zeiten. Die Dietrich-Eckart-Bühne / Waldbühne war ein zentraler Bestandteil meiner Magisterprüfung zum Thema NS-Theater. Einer der Thingplätze der Reichskulturkammer war – erst kurz vor Ende der Thingbewegung fertiggestellt – die Dietrich-Eckart-Bühne beim Berliner Olympiagelände, ein Naturtheater für über  20.000 Zuschauer. Das sah so aus:

(Bilder von hier)

Man kann zwar das Olympiagelände von 1936, aber nicht die Waldbühne besichtigen – außer man kauft Karten für eines der dort stattfindenden Konzerte. Hat man aber nie. Vor zwei Jahren bin ich mal auf den Glockenturm gekraxelt und habe von oben draufgespäht, aber da waren die Bäume so sichtversperrend, dass das Waldbühnen-Späh-technisch überhaupt nichts gebracht hat.

Meine Waldbühnen-Fixierung (und Amphitheater-Interesse im Allgemeinen) wurde nicht so richtig weniger im Lauf der Zeit und narrisch gerne hätte ich das Ding mal von innen gesehen.

Da kamen zufällig Karten angeflogen in des liebsten Menschen Büro. Für das alljährliche Abschlusskonzert der Berliner Philhamoniker. Tatsächlich saß fast auf jedem Platz ein Mensch – 20.000 Köpfe, und weniger Geräusche als in einem halbvollen Stadttheater. Vorbildliche Zuhörer!

Man lauschte der Suite für Jazz-Orchester Nr.  2 von Schostakowitsch, und der Musik zu Fellinis La strada. Außerdem Fontane di Roma und Pini di Roma von Resphighi.  Wir saßen mit Picknickkörbchen und Isomatte auf den heiligen Plastikstufen und die Mücken hatten scheinbar genug mit den anderen 20.000 zu tun. Kurze Zeit kamen ein paar Regentröpfchen vom Himmel, da sah das Ganze gleich lustig bunt aus:

und später so: