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Beim Hörspiel-Feierabend im fensterlosen Studio ahnte ich heute nicht, wie viele Überraschungen in den nächsten zwanzig Minuten geschehen würden.
Überraschung 1: Am Nachmittag hat es offensichtlich geschneit. Auf dem Rasen im Hof lag eine dünne weiße Decke und jeder Schritt patschte auf dem Weg. Die Lichter der Autos spiegelten sich in dem nassen Flirren über der Straße und an der Ampel beförderte ein vorbeirasender Eiliger die Matsche bis auf Hüfthöhe.
Überraschung 2: Zwei gleiche braune Umschläge im Briefkasten.
Die Vorgeschichte: Schon länger lese ich das Blog von GAARN – MAGAZIN FÜR NÄHKULTUR. Gaarn ist im Rahmen einer Diplomarbeit vor gefühlten ewigen Jahren entstanden und erscheint jetzt erstmals in gedruckter Form. Es ist ein neues selbermach-Magazin, dessen Titelseite ein Traum für alle Vieltelefonierer ist. Lauter kleine Kästchen gibt es da zum Bunt ausmalen. Wenn man Gaarn dann aufklappt, tut man das linksrum und dann wieder rechtsrum und da steht alles auf dem Kopf. Der erste Eindruck ist verwirrend, dann aber großartig. Das vermeintliche Heft entpuppt sich als beidseitig bedrucktes Poster – also nichts für Bus und Bett, aber durchaus für Wand und Fußboden!
Hier werden internationale Designerinnen vorgestellt, die mit Faden/Garn arbeiten. Sie stricken, Sticken, Häkeln und tun als ob sie Häkeln würden, das aber mit Porzellan. Auf der Rückseite darf man nicht nur lesen sondern auch machen. 05-HANDARBEIT stellt Drucktechniken vor, 06-AUSFLUG schickt uns nach Wien und dort in ausgewählte Handarbeiter-Paradiese. Für den Hunger nach der anstrengenden Bastelei hält 07-ESSKULTUR ein Rezept für rotes Pesto MJAMM bereit.
Dieses Poster-Magazin ist einfach und schlicht, ein bisschen unhandlich und schnell ausgelesen. Dafür aber mit 3,50 € auch mal schnell mitnehmbar ohne das Abendessen zu trockenen Spaghetti zusammenstreichen zu müssen.
Eine Alternative zu den 3,50 € wäre hier links neben diesem Eintrag einen Kommentar zu hinterlassen, denn wie oben erwähnt: Gaarn war heute doppelt im Briefkasten. Vor lauter Begeisterung über ein neues Selbermach-Magazin muss ich zweimal auf den Vorbestellen-Knopf gedrückt haben.
Alle Kommentare, die bis Dienstag Abend eintreffen, haben die Chance das zweite Exemplar zu gewinnen. An den Verkaufsstellen gibt es das Posterheft ab Montag.
Überraschung 3: Die grüne Kiste vor der Wohnungstüre. Über die Weihnachtszeit war das Gemüsekistenabo pausiert, jetzt gehts wieder los (was völlig aus meinem Planungshorizont verschwunden war)! Vielleicht sind ja auch zwei drei Zutaten für das rote Gaarn-Pesto in der grünen Kiste.
Liebe lesende Menschen, demnächst wirds flauschig!
Bei diesen Dingern bleibt mir die Spucke weg. Sie stehen im ehemaligen Jugoslavien an Stellen, an denen sich während des 2. Weltkrieges Schlachtfelder oder KZs befunden haben.
Alle Bilder kommen von dieser website.
“Was tun Kochfaule mit Quitten (schnell in einer Nacht- und Nebelaktion)?” sollte das Internet beantworten, nachdem ich mit einem Sack voller dieser Apfel-anmutenden flaumüberzogenen Früchte beschenkt wurde.
Der Herr Internet wußte mehrere Antworten und nach dem Ausschlussprinzip kam ich zu folgendem Ergebnis:
Für Quittenstrudel braucht man außer Quitten nicht nur noch ein anderes Obst, sondern auch Strudelteig. Zu viel Arbeit, zu wenig Zutaten auf Lager, zu kurze Supermarkt-Öffnungszeiten.
Quittenbrot ist so klebrige platte Masse, das mag man ja sowieso schon nichtmal gekauft essen.
Quittenlikör braucht wochenlang, steht nur wieder jahrelang rum und wird dann in einen verzweifelten Glühweintopf gekippt. Also, das ist auch nix.
Dieser Vorschlag Praline von der Jakobsmuschel in Zimtbutter mit Quittenpüree, Ziegenkäsecreme und geröstetem Brioche fällt schon gleichmal weg, woher sollen die ganzen anderen Zutaten so hoppladihopp kommen?
Also bleibt der Klassiker: Quittengelee. Dafür braucht man Wasser (kommt aus dem Hahn), Zitronensaft und Gelierzucker. Wie durch ein Wunder waren all diese Dinge im stefanieundpaul’schen Haushalt vorrätig und los gings:
Quitten entflaumen (mit einem trockenen Tuch wegrubbeln), kleinschneiden mit Haut und Kern, ca. 40 min. in Zitronenwasser kochen, z.B. zusammen mit Ingwer, dann den Saft abseien, z.B. durch ein Geschirrtuch, die Gewichtsmenge des Saftes mit der gleichen Menge Gelierzucker vermischen, aufkochen, heiß in gebratene Gläser (also ordentlich ausgewaschene und bei mindestens 100 Grad für 10 Minuten im Backofen entkeimte Schraubdeckelgläser) füllen, Deckel draufschrauben, warten und an süße Menschen wegverschenken. Wer will ein Glas Glibber haben?
“Die in den Fassaden vorgehängten weißen Aluminiumbleche sind durch rote, grüne, blaue und gelbe Farbelemente unterbrochen. Die Farben sind dabei nicht willkürlich gesetzt, sondern sie signalisieren verschiedene Funktionen. Die so genannten >>Funktionselemente<< (Treppenhäuser, Brücken und Wege zwischen den Gebäuden) sind gelb, rot zeigen Installationen an, blau sind die Einrichtungen für Klima und Belüftung. Grün schließlich verweist auf >>Informationen<<.”
(Martina Heßler: Die kreative Stadt. Zur Neuerfindung eines Topos, S. 289)
Siemens-Forschungsstadt Neuperlach Süd
1974
Architekten: van den Broek/Bakema