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Februar optisch

Der Februar ist zu Ende, es war ein kurzer langer Monat, ein schneller Monat, mit eiskalten Tagen, einer kleinen Reise, Vogelgezwitscher am Morgen, einer Woche ohne Stimme, mehr vorgenommen als geschafft. Auch nicht jeden Tag das Bild zum Thema, aber fast jeden, die kleinen Lücken aber ohne schlechtes Gewissen. Das hat Spass gemacht! (Es gibt auch eine März-Themenliste (hier, oder selbst ausdenken), aber es gibt auch so viele Vorhaben, und die Bilder fliegen sowieso wie von selbst in die Kamera, wenn das Draußen handschuhfrei ist und es wieder nach Gras riecht.

01_der tägliche Blick auf die Tastatur
02_Wörter. Japanische.
03_Hände, die nähen.

04_viele Fremde, Koffer am Hauptbahnhof
05_Frühling um 10 Uhr morgens
06_schnelles Abendessen

07_AUS-AN (Nähmaschine)
08_Sonne? Ein dunkler verschwommener Regentag wars.
09_Haustür-Muster

10_müde Stefanie
11_der mich so oft glücklich macht.
12_

13_blaues Haus
14_Herzen fürs Handgelenk
(15_kranke Stefanie)

16_ein neuer krambeutel-Geldbeutel
17_die Uhr, die Heimat im Bauch macht
18_das tägliche Trinken

19_ungern gemacht
20_alles Gute!
21_

22_Arbeitsplatz-Ausblick
23_Lieblingsschuhe zur Zeit
24_Bad-Schrank

25_Frühling, komm!
(26_Sonntagsputz)
27_Karottensuppe

28_Geld wird zu Schmuck
29_hören auf das Licht

 

 

 

 

 

 

In halber Fahrt…

… läuft Stefanie noch. Im Nach-Weihnachts-Modus, bei den Eltern im Keller räumend, alte Zeitungen weglesend, und dabei immer mehr den Kalender für 2012 einweihend. Morgen gehts wieder zurück nach München – mit einem kleinen Thermalbad-Abstecher,  um die Reste des Vor-Weihnachts-Schlafmangels wegzuwaschen. Und danach: Volle Fahrt in Richtung neues Jahr und neuen Projekten und Ideen. Ihr werdet schon sehen.
Mit rauchenden Schloten!

17. Fenster

BUFF was das für eine Woche war! In meinen krambeutel-Knochen stecken Nachtschichten, abgebrochene Nadeln, eine stumpfe Schere und viel Hornhaut an den Fingerspitzen. Es wurden Pakete zur Post getragen, im anderen Beruf viele schöne Sätze gesprochen, Plätzchendosen gefüllt und die Wirbelsäule ordentlich gymnastizitiert. Am Montag kommen die letzten Sachen zur Post und dann kommen die Beine aufs Patchworkbedeckte Sofa und DANN bastel ich nur noch für mich selbst. (Und die lieben Leute die beschenkt werden vom Stefanie-Christkind.)

Weil das Stefanie’sche Hirn ziemlich leer-ge-2011t ist, gibt es Ideen, die da nicht rauskommen, entweder weil sie nicht drin sind oder weil der Ausgang gnadenlos verstopft ist. Für Wiederherstellung des ideeischen Inputs hilft ein Spaziergang im Matsch und Wind, hilft nicht vor die Glotze legen, hilft ein kleines Schläfchen, und hilft auch: Inspiration anlesen.

Dabei können unter anderem bestimmte Hefte dienlich sein. Selbermach-Hefte sind damit gemeint.

Und weil jetzt so ein stürmisches Wochenende mit Eis, Schnee und grauslicher Kälte ohne Sonne angesagt ist, empfehle ich euch folgendes:

Geht heut zum Bahnhofs-Bäcker und macht da gleich mal Halt beim Zeitschriftenmann.
Ihr kommt nach Hause mit: Brezen und Inspirationsstoff. Und dann bastelt euch bisschen Hornhaut an die Finger und hübsche Schmücker für die Schwiegermama!

Letzteres könnte sein:

HANDMADE KULTUR
Selbstgemachtes zum Selbermachen


Eine hübsche Zeitschrift mit Anleitungen für einfache und schwere Bastelsachen, Rezepten, Adressen, Portraits und Kleinzeug-Tipps, für Erwachsene und deren Nachwuchs.
6,90 €

Was ziemlich super ist: Handmade Kultur ist nicht nur Zeitschrift, sondern auch ein riesentolles Selbermacher-Internet-Netzwerk-Blog-Dings.

das CUT-MAGAZIN
Die Cut ist schon fast ein Buch. Dick und fest, auf dickem Papier, mit den coolsten undummen Sprüchen aller Handwerkler.

Da lernt man ordentlich was, über sich selbständig machen und Steuerzeugs genauso wie über Stick-Stiche und Strick-Maschen. Und deren Abarten. Außerdem gibts Nähprojekte zum Nachmachen und Dinge zum Einkaufen und im aktuellen Heft viele Seiten voller schneller und einfacher und toller Dinge zum schnell noch wegverschenken. Na ob das nicht passend ist!


diese Kollasch kommt von cut-magazine.de

vor kurzem erst am Bahnhof erstentdeckt habe ich
FILATI HOME, das ist der home-Ableger des Strickschwerpunktigen Filati Magazin.
Wie man HIER unschwer erkennen kann, werden in Filati Home (das jetzt erst in die 2. Runde ging) auch durchaus viele Maschen angeschlagen, aber nicht nur solche zum Anziehen: Hier lernt man auch Hocker und Kissen zu umwickeln, Babyfüße zu wärmen und sich ausführlich zu betaschen.

Französisch ist MARIE CLAIRE IDÉESso ein Klassiker unter den Selbermachheften. Ich versteh zwar kein Wort, aber die Bilder sind hübsch und sagen ja oft mehr als tausend Worte. Die Marie Claire-Ideen sind stilvoll, schlicht und simpel, und meistens auch einfach so mal nachmachbar.

Wenn ich das richtig entziffere, kann man HIER einzelne Anleitungen runterladen (wenn man dafür bezahlt, aber es sind hübsche Dinge dabei, und für ein hübsches Ding muss man ja nicht gleich ein olles Heft bestellen, oder)

So.

Jetzt noch ein Tipp für die, die auf keinen Fall das Haus verlassen wollen:

Das EIGENWERK MAGAZIN
Das Magazin für Macher

Mensch, die haben Ideen! Große und kleine und feine und nicht so feine, holzige, stoffige, städtische, papierene. So toll! Und alles einfach so zack auf den Computer geliefert, ohne bedrucktes Papier.
Das ist doch echt mal begeistertseinwert!

Besonderer Tipp von mir, Stefanie: Die Bucheinbinde-Anleitung. Könnte man auch aus PVC-Plane nähen, diesen Einband. Und dann immer anwischen, wenn der Kaffeebecher nicht dicht war.
Und jetzt eh passend: die genähten Vanillekipferl.

(Außerdem: den Geldbeutel aus Türchen 14 hat Anna gewonnen.)

(Außerdem außerdem: Heute ab 15 Uhr ist die letzte krambeutel-Markt-Aktion für dieses Jahr: Auf dem Bolzplatz der Münchner Glockenbachwerkstatt. Also: schmeißt die Teetasse in die Ecke, zieht noch ein paar Omma-Socken mehr an und schwingt euch da hin. Es gibt Suppe und Beutel und andere schnell mitnehmbare Geschenke, für die ihr erstmal keine Hornhaut braucht.)

12. Türchen

Heute ist ein Knallermontag. 

Das Wochenende war wie eine Dampfwalze, einmal drüber über alles, ohne Rücksicht auf Verluste. Inklusive Muskelkater, woher auch immer (vielleicht vom public republic-Schrank, der immer enger wurde und heißer und wie konnte ich nur vergessen, Wasser in greifbarer Nähe zu haben? Zur Erklärung: Ich sitze das ganze Stück über im “Serverschrank”, so einem Eichen-Wohnzimmer-Schrank, wie sie ihn Ommas haben mit Kristallgläsern hinter den Glasfenstern. Auf einer Bierkiste sitz ich da, mit dem Laptop auf den Knien, an dem Beamer und Drucker hängen. Also denkbar angekettet. Die Knie kleben vorne an der Schranktür und direkt über der Frisur hängt eine Glühbirne, die das Innere des Schranks schön heimelig macht – und Sonnenbrand am Schädel.)

Ich bin schon länger dabei, hübsche neue Termine in ein Buch zu schreiben, auf dem vorne “2012” steht. Das macht immer Spass am Ende eines Jahres, diese hübschen Termine in das hübsche Buch zu schreiben. Wenn sie dann kommen, die Termine, ist das Buch meistens nicht mehr hübsch, sondern mit Kaffee- und Marmelade-Flecken verziert, klebt bisschen und hat wellige Blätter. Und die Termine sind auch nicht mehr hübsch, weil sie sich Fratzen aufgesetzt haben und der Stefanie den Wecker stellen. Immer dann wenn Ausschlafen so schön wäre!

Na, also, damit hübsche Termine hübsch bleiben gibts heute was. Die Miriam vom tschau tschüssi Laden in Leipzig macht jedes Jahr zusammen mit anderen Künstlern den tschau tschüssi Kalender.
Darin gibt es viele bunte Bilder und massig Platz für Notizen und Zeilen zum Termine eintragen. Er ist mit Spiralbindung und handtaschenhandlich 11,5×8 cm groß.

So sieht der aus (alle Bilder sind von tschau tschüssis facebook-Seite geklaut):

Unter allen Kommentaren (es gelten übrigens auch die Kommentare zum heutigen Adventskalendertürchen, die auf meiner facebook-Seite abgegeben werden) wird ein tschau tschüssi-Kalender verlost. Damit auch 2012 schön geplant werden kann.

Unglückliche Nicht-Gewinner dürfen den Kalender gerne kaufen!

11. Türchen

Heute, am dritten Advent, habe ich es sehr eilig und teile mich.

Der eine Teil fährt am Vormittag mit einem großen Koffer und Zwei Säcken mit Obstkisten nach Oberföhring ins Kafe Kult. Denn da findet heute das Kafe Kunst Fest statt, bdei dem krambeutel im 6. Jahr zu Gast ist. Ich werde meine Kisten an langen Schnüren an der Decke installieren und so einen kleinen krambeutel-Hängeladen einrichten. Zwischenzeitlich haben andere Künstler ihre Dinge installiert, gestellt, gehängt, sich auf den Kopf gestellt, eingerichtet und diskutiert. Um 14 Uhr kommen die ersten Gäste. Es wird sehr voll, die Obstkisten schaukeln zwischen den Besuchern hin und her, man spricht und freut sich. Zwischendurch gibt es etwas zu essen aus dem Café und einen kleinen Rundgang dort im Kafe Kult, zwischen dem Hörspielraum und der Ausstellung im Flur. Am Abend, wenn der Hals trocken ist von der staubigen und verbrauchten Luft im großen Raum, kommen aus dem Café die Klänge von verstärkten Instrumenten. Ich packe meine Kisten wieder in die großen Säcke, höre mir noch ein paar Lieder live an und fahre dann nach Hause. Kafe Kunst Fest ist immer toll. Davor UND danach.

Der andere Teil putzt vormittags ein bisschen die vom Backen verklebte Küche und verbringt dann ein paar Stunden am Tag mit dem Ausfüllen von “Datenblättern”. Darin stehen Namen von Menschen, die ich nicht kenne, und Informationen zu diesen Namen, die ich im Internet finde. Am späten Nachmittag packe ich Laptop, Adapter und Netzteil ein und gehe zum ersten Mal heute aus dem Haus. Oh, es scheint ja doch die Sonne! und ärgere mich, nicht schon eher wenigstens kurz die Nase zur Tür rausgestreckt zu haben. Wenigstens zum Fotografieren. Ich laufe zum Bus und fahre ein paar Stationen, da wartet wieder ein Innenraum, diesmal größer als das Arbeitszimmer zu Hause, aber dafür mit wuchtigen Eichenschränken und vielen Stühlen. Es ist jetzt ca. 19 Uhr, außer mir sind ein paar andere Menschen da, die alle ein bisschen verwirrt aussehend im Kreis laufen oder lethargisch in einem Sessel sitzen. Später werden noch mehr Leute kommen, ein “Datenblatt” ausfüllen und dann ihnen zugewiesene Plätze einweisen. Ich setze mich auf eine Bierkiste in einen der Schränke. Eine Person, die Antje Schupp genannt wird, betritt die Bühne, und wenig später gibt es ein Feierabendgetränk. Das wars dann wieder mit der Wiederaufnahme, dieses mal hat der Computer weniger gemuckt als im Sommer während der ersten Vorstellungen. Da hatte ich gerade noch Glück, einen Tag nach der letzten Vorstellung hat die Festplatte den Geist aufgegeben.  Wir stehen noch ein bisschen auf der Straße, stoßen an.

Morgen ist ein neuer Hörspieltag, ab nach Hause.

Stefanie wird an beiden Orten sein.

Kafe Kunst Fest im Kafe Kult, ab 14 Uhr, Oberföhringer Straße 156 / www.kafekult.de

public republic in den Pathos Ateliers, 20.30 Uhr, Dachauer Str. 112 / www.publicrepublic.de

 

 

(Tati darf sich über ein gelbes T freuen, hat mir die Glücksfee gesteckt.)

10. Tag und die Winter-Wunder-Luft-Nachspeise

Stell dir vor: Es ist dein freier Tag. Samstag zum Beispiel. Draußen ist es kalt, es ist ja schließlich auch Dezember, kein Schnee in Sicht, aber dafür schönste Wintersonne. Du machst einen Spaziergang, zum Blumenladen, kaufst ein paar Barbarazweige und Gemüse, das du später am Abend essen wirst. Vielleicht kommt da noch ein guter Freund vorbei, und ihr werdet Gemüse mit Reis kochen und dazu ein Glas von dem Rotwein trinken, den du aufgespart hast für “einen gemütlichen Abend”. Also, du machst einen Spaziergang im Viertel, stellst fest, dass der Arzt im Haus um die nächste Ecke schon wieder einen anderen Namen hat, und dass in dem ehemaligen Friseurladen, der viele Monate leerstand, ein Architekturbüro eingezogen ist. Da sitzen auch am Samstag Menschen steif vor Bildschirmen und bewegen scheinbar in Zeitlupe die Welt vor ihren Augen. Sie verziehen dabei keine Miene, der Inhalt der dicken Tasse neben ihnen dampft nicht mehr.

Du kannst wieder nach Hause gehen, dort läuft die Heizung, und wenn du dort ankommst, freust du dich, dass es so schön warm ist. Wollsocken, mit dem Rücken an die Heizung, das Buch über diesen Herzog im Mittelalter. Oder vielleicht den nächsten norwegischen Krimi? Die Nachbarin ruft an. Ihr kennt euch schon länger besser, seid nicht direkte Nachbarn, aber so nah, dass “ich komm mal kurz rüber” zutrifft. Wenig später steht sie vor der Tür, “auf einen Kaffee”. Du bist in Samstags-Experimentier-Laune und dir fällt ein, dass du beim Durchblättern eines Kochbuches, das dein Freund einmal bei dir vergessen hat, ein Rezept gesehen hast, das perfekt wäre für diesen Samstag Nachmittag mit der Nachbarin. Ihr macht kleine Töpfe schmutzig und wartet dann wie als ihr Kinder wart vor dem Fenster des Backofens, dessen Tür man erst nach 35 Minuten öffnen darf. Dort drinnen wächst es in der Zwischenzeit, die Küche duftet nach Schokolade und Kaffee. Ihr könnt es kaum erwarten. Die Eieruhr schrillt und es ist soweit:


(Quelle: basic cooking 2)

Der Rest des Samstags ist ein wohliges Zuckergefühl im Bauch.

(Zum Gewinner des Notizheftchens hat die Advents-Zettel-Glücksfee KANI ausgelost.)