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Ordnung im Kettchenknödel

Was sieht man beim Aufwachen normalerweise? Einen schönen Partner oder eine Wand. Bei mir ists meistens die Wand. Und an der hin bis gestern eine Obstkiste, eingesponnen von Ketten, Ohrringen und anderem Schmuckkrimskrams. Beim Hübsch machen am Morgen musste ich aus diesem Knödel immer irgendetwas herausfischen, entwirren, am liebsten abschneiden oder in die Ecke pfeffern.

Jetzt ist alles anders. Jetzt macht die Wand schon beim ersten Augenaufmachen gute Laune, denn: sie wurde ordentlich und übersichtlich.

Ursprünglich wollte ich ein einfaches Brettchen anbringen, mit kleinen Haken versehen und an die Wand nageln. Es wurde anders und edler:
Zutaten: Eine Ribba-Leiste von Ikea und eine Handvoll Mauly-Klammern aus dem ewig tiefen Bürokram-Lager.

 

So hängen sie jetzt, die Halsschmücker. Jedes hat seine eigene Klammer, man kann nach belieben um-klammern, hin- und weggklammern und auch oben auf der Leiste hin- und herräumen ganz nach Tagesgeschmack.
Die Klammern hätte ich lieber in weiß gefunden, gabs aber nicht, also half ein bisschen Masking Tape bei der Verschönerung.

 

Im Kopenhagener Blechbecher haben jetzt endlich auch die Haargummis ihren Platz und da, gerahmt über das Kettengeschehen wachend, hängt gestickt und gebügelt und lange damit beschäftigt: das neue krambeutel-Logo. Dazu aber ein andermal ausführlich.

der Herr Schwan, die Magister-Kette, nicenicenice-Wimpelkette, die Belohnung für die kalten Füße in pink, der silberne Damenbart, die krambeutel-Reste-Kette, das schwedische Zugticket.

Mamas Infusionsfläschchen für das olle Kleinzeug

 

WIE FINDET IHR DIESE NEUE WAND?

 

Wohnen zum Frühlingsanfang

Das Wohnen. Das ist ja ein ständiger Kreislauf von Anschaffen, Einkaufen, Ausmisten, Sortieren, Stapeln, Wegwerfen, Um- und Herräumen und immer zu wenig Platz haben. Ich bin glückliche Bewohnerin von 60 Quadratmetern in einer kleinen Münchner Straße, mit maximal 15 Minuten zu allen Orten, die ich für den Alltag brauche und den besten Freunden in der Nachbarschaft. Ich habe eine große Wohnküche, ein Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer und einen Flur mit Bücherregal für fast alle Bücher. Die Wohnung ist nicht besonders hell, hat keinen Balkon und nur ein winziges Bad, aber sie ist meine. Sie lässt mich großzügig ausbreiten.

Ich hatte schon immer viele Sachen. Außer gelesene und damit erledigte Romane kann ich Bücher nicht so gut aussortieren, die Stoffe (nur schöne Stoffe) stapeln im Stoffregal, altes Geschirr mit Blümchen-, Obst- und Vogelmotiven will ich haben haben haben und in den Trödel-Läden stehen immer wenn ich dort bin die schönsten Milchkännchen. Somit wurde die Milchkännchensammlung zum Prinzip und teilweise zum Blumentopf. Alle Arten von Dosen, Schachteln und Kisten kann ich nicht links liegen lassen. Es gibt Obstkisten mit Flugzeugen drauf an der Wand beim Sofa, fast das gesamte Nähzubehörregal ist in beklebten Mandarinenkisten organisiert (und gehört dringend aufgeräumt, sortiert und ausgemistet) und krambeutel reist mit einer Holzkistensammlung zu Märkten und baut daraus Marktstand-Regale für Federmäppchen und Geldbeutel. Das Schlüsselkästchen neben der Wohnungstür war einmal eine Weintraubenkiste in einem schwedischen Supermarkt, die ich mit nach München geschleift habe, der Ästhetik der Kiste wegen. Nach jahrelangem Herumliegen und gestapelt werden bekam sie Haken und wurde zur letzten Station vor dem Aus-dem-Haus-Gehen. Diese Sammelei sperriger Dinge führt dazu, dass die schöne große Wohnung schnell eine volle Wohnung wird. Für gängige Aufräumprobleme wie Kleidung gibt es Kleiderschränke, für Bücher Regale, für Gästematratzen den Platz unter dem Bett. Aber was macht man mit einem Stapel Obstkisten? Der Keller ist zu feucht (und beherbergt gerade noch fremde Möbel, die ebenfalls irgendwohin sollen, bevor sie da unten den Schimmeltod sterben), das Arbeitszimmer ist zum Arbeiten und nicht zum Lagern da (aber halt, die Stoffe lagern da ja auch und die Papierrollen und die Wollknäuel und die Nähbücher). Noch stapeln die Obstkisten in einer Ecke und sind demnächst mal dran im Sortier- und Wegräum-Zyklus des Arbeitszimmers. Ich erwecke jetzt vermutlich den Eindruck ein ganz schrecklicher Sammler und Vollmüller zu sein. Aber nein! Ich habe nur viele Dinge. Viele tolle Dinge, die früher oder später zum Einsatz kommen werden (und kann zum Beispiel Kleidung, die ich schon im letzten Frühjahr nicht mehr gern anhatte, ohne mit der Wimper zu zucken zur Caritas tragen). Und ich will mir nicht die Bude komplett mit schwedischen Kästen vollstellen, sondern versuchen schnelle, variable, nicht zu teure Wand- und Aufräum-Lösungen für z.B. den ganzen Nähkram finden, den man halt so hat als Schneiderin im laufenden Betrieb.

Vielleicht macht mir ja auch das Hin- und Hersortieren, aber auch das Ausmisten, Wegschmeißen und Verschenken Spass? Ich kann ohne Probleme ganze Ordner mit alten Unipapieren ohne sie Anzusehen wegwerfen, Möbel verschenken oder zum Sparpreis beim Flohmarkt verscherbeln, Hauptsache die Sachen sind weg. Und erfreuen jemand anderen.


schwedische Traubenkiste als Schlüsselbrett // Weinkiste als Schuhregal


Ausschnitt aus der Milchkännchensammlung // aufräumbedürftiges Nähregalfach

 

Das nächste Räumprojekt: Die Schmucksammlung. Noch hängt an der Schlafzimmerwand eine – wie solls auch anders sein – große Obstkiste, die als Schmuck-Regal dient. Anstecker und Ohrringe fliegen durcheinander, Ketten knäulen sich munter und nerven mich jeden Morgen mit ihren kleinen Wiederhaken und Anhängern, die sich nicht von ihrem Schlafplatz trennen wollen. Hier muss eine Lösung her! Wie haltet ihr eure Ketten unverwirrt? Wie bewahrt ihr diese winzigen Ohrstecker auf, ohne immer kleine Schächtelchen oder Döschen auffummeln zu müssen?

Und danach: Taschen entwirren. Ich als Taschenfirmachefin habe naturgemäß eine gewaltige Sammlung. In einer großen Kiste, unten im Kleiderschrank, an allen Türklinken und Haken, die sich in der Wohnung finden.

Und außerdem: Wie gefällt euch das neue Blog-Aussehen? Ich find Zurzeit türkis die beste Farbe! Die beste Farbe, die es gibt (siehe Wand im Flur und Lieblingsschuhe).

Große Buben brauchen große Kuscheldecken!

So auch das große Patenkind, das schon munter rumrennen, DA sagen und den Kopf schütteln kann (und Millionen andere Sachen). Das Stefanie-Christkind brachte ihm eine große große Kuscheldecke, auf der man wunderbar spielen, kuscheln, sich einrollen und es warm haben kann.

(Hier sind die Weihnachtsbilder, fotografiert mit einem Handy im dunklen Zimmer.)

Die Decke ist ca. 160×130 cm groß, mit zwei Lagen Kuschel-Fleece und einer Lage ge-Streifen-Stoff.
Mama hat früher immer wieder solche Decken genäht, und die, unter der ich heute noch im Sommer (Kuscheldecke solo) wie Winter schlafe (Kuscheldecke auf Daunendecke),  ist auf einer Seite schön dunkelblau und auf der anderen Seite aus Teddystoff. Sie hat Opa gehört. Meine Unterstufen-Decke liegt auf dem Gästebett im Elternhaus, mit abgewetzten Ecken und einem großen Gelben Filzstift-Fleck, der nie wieder rausgehen wird. Und eine Decke in Blautönen macht den drahtigen Korb-Schaukelstuhl schön weich gepolstert.

Was würde man nur ohne Kuscheldecke machen?

Weich bette dein Haupt

Nach den ersten minikleinen Patchworkversuchen hier und hier und weil die Stofffetzerl ja auch nicht ausgehen, nähte ich mich zum nachweihnachtlichen Wiedereinstieg ins (Näh)Nadelgeschäft an zwei weichen fluffigen karierten eckigen KISSEN warm. Was hält man davon? Blau oder Rot? Gut oder nicht gut? Und wieso in aller Welt braucht man dazu so wahnsinnig viel Geduld und Fingerspitzen, dass das sogar bei so einfachen Karodingern alles ordentlich zusammenpasst? Mein Hochachtung vor allen Fummel-Quilterinnen dieser Welt!

17. Fenster

BUFF was das für eine Woche war! In meinen krambeutel-Knochen stecken Nachtschichten, abgebrochene Nadeln, eine stumpfe Schere und viel Hornhaut an den Fingerspitzen. Es wurden Pakete zur Post getragen, im anderen Beruf viele schöne Sätze gesprochen, Plätzchendosen gefüllt und die Wirbelsäule ordentlich gymnastizitiert. Am Montag kommen die letzten Sachen zur Post und dann kommen die Beine aufs Patchworkbedeckte Sofa und DANN bastel ich nur noch für mich selbst. (Und die lieben Leute die beschenkt werden vom Stefanie-Christkind.)

Weil das Stefanie’sche Hirn ziemlich leer-ge-2011t ist, gibt es Ideen, die da nicht rauskommen, entweder weil sie nicht drin sind oder weil der Ausgang gnadenlos verstopft ist. Für Wiederherstellung des ideeischen Inputs hilft ein Spaziergang im Matsch und Wind, hilft nicht vor die Glotze legen, hilft ein kleines Schläfchen, und hilft auch: Inspiration anlesen.

Dabei können unter anderem bestimmte Hefte dienlich sein. Selbermach-Hefte sind damit gemeint.

Und weil jetzt so ein stürmisches Wochenende mit Eis, Schnee und grauslicher Kälte ohne Sonne angesagt ist, empfehle ich euch folgendes:

Geht heut zum Bahnhofs-Bäcker und macht da gleich mal Halt beim Zeitschriftenmann.
Ihr kommt nach Hause mit: Brezen und Inspirationsstoff. Und dann bastelt euch bisschen Hornhaut an die Finger und hübsche Schmücker für die Schwiegermama!

Letzteres könnte sein:

HANDMADE KULTUR
Selbstgemachtes zum Selbermachen


Eine hübsche Zeitschrift mit Anleitungen für einfache und schwere Bastelsachen, Rezepten, Adressen, Portraits und Kleinzeug-Tipps, für Erwachsene und deren Nachwuchs.
6,90 €

Was ziemlich super ist: Handmade Kultur ist nicht nur Zeitschrift, sondern auch ein riesentolles Selbermacher-Internet-Netzwerk-Blog-Dings.

das CUT-MAGAZIN
Die Cut ist schon fast ein Buch. Dick und fest, auf dickem Papier, mit den coolsten undummen Sprüchen aller Handwerkler.

Da lernt man ordentlich was, über sich selbständig machen und Steuerzeugs genauso wie über Stick-Stiche und Strick-Maschen. Und deren Abarten. Außerdem gibts Nähprojekte zum Nachmachen und Dinge zum Einkaufen und im aktuellen Heft viele Seiten voller schneller und einfacher und toller Dinge zum schnell noch wegverschenken. Na ob das nicht passend ist!


diese Kollasch kommt von cut-magazine.de

vor kurzem erst am Bahnhof erstentdeckt habe ich
FILATI HOME, das ist der home-Ableger des Strickschwerpunktigen Filati Magazin.
Wie man HIER unschwer erkennen kann, werden in Filati Home (das jetzt erst in die 2. Runde ging) auch durchaus viele Maschen angeschlagen, aber nicht nur solche zum Anziehen: Hier lernt man auch Hocker und Kissen zu umwickeln, Babyfüße zu wärmen und sich ausführlich zu betaschen.

Französisch ist MARIE CLAIRE IDÉESso ein Klassiker unter den Selbermachheften. Ich versteh zwar kein Wort, aber die Bilder sind hübsch und sagen ja oft mehr als tausend Worte. Die Marie Claire-Ideen sind stilvoll, schlicht und simpel, und meistens auch einfach so mal nachmachbar.

Wenn ich das richtig entziffere, kann man HIER einzelne Anleitungen runterladen (wenn man dafür bezahlt, aber es sind hübsche Dinge dabei, und für ein hübsches Ding muss man ja nicht gleich ein olles Heft bestellen, oder)

So.

Jetzt noch ein Tipp für die, die auf keinen Fall das Haus verlassen wollen:

Das EIGENWERK MAGAZIN
Das Magazin für Macher

Mensch, die haben Ideen! Große und kleine und feine und nicht so feine, holzige, stoffige, städtische, papierene. So toll! Und alles einfach so zack auf den Computer geliefert, ohne bedrucktes Papier.
Das ist doch echt mal begeistertseinwert!

Besonderer Tipp von mir, Stefanie: Die Bucheinbinde-Anleitung. Könnte man auch aus PVC-Plane nähen, diesen Einband. Und dann immer anwischen, wenn der Kaffeebecher nicht dicht war.
Und jetzt eh passend: die genähten Vanillekipferl.

(Außerdem: den Geldbeutel aus Türchen 14 hat Anna gewonnen.)

(Außerdem außerdem: Heute ab 15 Uhr ist die letzte krambeutel-Markt-Aktion für dieses Jahr: Auf dem Bolzplatz der Münchner Glockenbachwerkstatt. Also: schmeißt die Teetasse in die Ecke, zieht noch ein paar Omma-Socken mehr an und schwingt euch da hin. Es gibt Suppe und Beutel und andere schnell mitnehmbare Geschenke, für die ihr erstmal keine Hornhaut braucht.)

7. Türchen und Geschenke selbst machen

Stefanieundpaul gehört ja zu den Selbermachern und Ungernkäufern. Zumindest was Weihnachtsgeschenke betrifft. Das kommt allein schon davon, dass jetzt vor Weihnachten das mit den Geschenken viel zu viel mit Menschenmassen zu tun hat, die sofort alle Energie aus dem kreativen Hirn saugen und eben dieses ausschalten. Was dabei rauskommt ist eine große Tüte nicht toller Dinge, die dem Wert mehrerer Fahrten zum liebsten (Fern)beziehungsmenschen entspricht.

Also ist die Lösung: Hände verwenden.

Und was steckt noch drin in selbst gemachten Geschenken außer Muskelschmalz und Füßen, die nicht in der Innenstadt plattgetreten wurden? Genau! Persönlichkeit, Liebe, Gefühl, Zeit, Geduld, Anerkennung. Ach, so viele so gute Dinge.

Deswegen ist dieses siebte Türchen den Seiten im Internet gewidmet, auf denen man lernen kann, wie man selbst mehr oder weniger schnell schöne, nützliche, und garantiert persönliche Geschenke aus dem Hut oder Strickjackenärmel zaubert. Die Sammlung wird hoffentlich bis Weihnachten ständig erweitert, vielleicht ja auch durch eure Tipps!

Von mir oft und gern besuchte Seiten sind

1. die “Projekte” bei handmade kultur

2. homelife

3. molly’s scetchbook auf purlbee.com

4. das tolle eigenwerk Magazin das man auch kostenlos als pdf runterladen kann

5. für menschen mit geschickten stricknadeln: needled und die Strickanleitungen der Norwegerin Marte Helgetun und diese tollen Stricksachen

6. und für menschen mit geschickter nähnadel: schnittchen 

7. how-to auf etsys deutschem blog

8. burdastyle

9. Und ganz ganz toll: Verpackungsbastelideen aus dem aktuellen und brandneuen CUT-Magazin stellen die CUT-Menschen netterweise auf ihrer Homepage zum Download zur Verfügung.

10. readymade

11. poppytalk

12. scandinavian deco

So jetzt mal los! Und dann: her mit Bildern von den Ergebnissen