Wohnen zum Frühlingsanfang

Das Wohnen. Das ist ja ein ständiger Kreislauf von Anschaffen, Einkaufen, Ausmisten, Sortieren, Stapeln, Wegwerfen, Um- und Herräumen und immer zu wenig Platz haben. Ich bin glückliche Bewohnerin von 60 Quadratmetern in einer kleinen Münchner Straße, mit maximal 15 Minuten zu allen Orten, die ich für den Alltag brauche und den besten Freunden in der Nachbarschaft. Ich habe eine große Wohnküche, ein Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer und einen Flur mit Bücherregal für fast alle Bücher. Die Wohnung ist nicht besonders hell, hat keinen Balkon und nur ein winziges Bad, aber sie ist meine. Sie lässt mich großzügig ausbreiten.

Ich hatte schon immer viele Sachen. Außer gelesene und damit erledigte Romane kann ich Bücher nicht so gut aussortieren, die Stoffe (nur schöne Stoffe) stapeln im Stoffregal, altes Geschirr mit Blümchen-, Obst- und Vogelmotiven will ich haben haben haben und in den Trödel-Läden stehen immer wenn ich dort bin die schönsten Milchkännchen. Somit wurde die Milchkännchensammlung zum Prinzip und teilweise zum Blumentopf. Alle Arten von Dosen, Schachteln und Kisten kann ich nicht links liegen lassen. Es gibt Obstkisten mit Flugzeugen drauf an der Wand beim Sofa, fast das gesamte Nähzubehörregal ist in beklebten Mandarinenkisten organisiert (und gehört dringend aufgeräumt, sortiert und ausgemistet) und krambeutel reist mit einer Holzkistensammlung zu Märkten und baut daraus Marktstand-Regale für Federmäppchen und Geldbeutel. Das Schlüsselkästchen neben der Wohnungstür war einmal eine Weintraubenkiste in einem schwedischen Supermarkt, die ich mit nach München geschleift habe, der Ästhetik der Kiste wegen. Nach jahrelangem Herumliegen und gestapelt werden bekam sie Haken und wurde zur letzten Station vor dem Aus-dem-Haus-Gehen. Diese Sammelei sperriger Dinge führt dazu, dass die schöne große Wohnung schnell eine volle Wohnung wird. Für gängige Aufräumprobleme wie Kleidung gibt es Kleiderschränke, für Bücher Regale, für Gästematratzen den Platz unter dem Bett. Aber was macht man mit einem Stapel Obstkisten? Der Keller ist zu feucht (und beherbergt gerade noch fremde Möbel, die ebenfalls irgendwohin sollen, bevor sie da unten den Schimmeltod sterben), das Arbeitszimmer ist zum Arbeiten und nicht zum Lagern da (aber halt, die Stoffe lagern da ja auch und die Papierrollen und die Wollknäuel und die Nähbücher). Noch stapeln die Obstkisten in einer Ecke und sind demnächst mal dran im Sortier- und Wegräum-Zyklus des Arbeitszimmers. Ich erwecke jetzt vermutlich den Eindruck ein ganz schrecklicher Sammler und Vollmüller zu sein. Aber nein! Ich habe nur viele Dinge. Viele tolle Dinge, die früher oder später zum Einsatz kommen werden (und kann zum Beispiel Kleidung, die ich schon im letzten Frühjahr nicht mehr gern anhatte, ohne mit der Wimper zu zucken zur Caritas tragen). Und ich will mir nicht die Bude komplett mit schwedischen Kästen vollstellen, sondern versuchen schnelle, variable, nicht zu teure Wand- und Aufräum-Lösungen für z.B. den ganzen Nähkram finden, den man halt so hat als Schneiderin im laufenden Betrieb.

Vielleicht macht mir ja auch das Hin- und Hersortieren, aber auch das Ausmisten, Wegschmeißen und Verschenken Spass? Ich kann ohne Probleme ganze Ordner mit alten Unipapieren ohne sie Anzusehen wegwerfen, Möbel verschenken oder zum Sparpreis beim Flohmarkt verscherbeln, Hauptsache die Sachen sind weg. Und erfreuen jemand anderen.


schwedische Traubenkiste als Schlüsselbrett // Weinkiste als Schuhregal


Ausschnitt aus der Milchkännchensammlung // aufräumbedürftiges Nähregalfach

 

Das nächste Räumprojekt: Die Schmucksammlung. Noch hängt an der Schlafzimmerwand eine – wie solls auch anders sein – große Obstkiste, die als Schmuck-Regal dient. Anstecker und Ohrringe fliegen durcheinander, Ketten knäulen sich munter und nerven mich jeden Morgen mit ihren kleinen Wiederhaken und Anhängern, die sich nicht von ihrem Schlafplatz trennen wollen. Hier muss eine Lösung her! Wie haltet ihr eure Ketten unverwirrt? Wie bewahrt ihr diese winzigen Ohrstecker auf, ohne immer kleine Schächtelchen oder Döschen auffummeln zu müssen?

Und danach: Taschen entwirren. Ich als Taschenfirmachefin habe naturgemäß eine gewaltige Sammlung. In einer großen Kiste, unten im Kleiderschrank, an allen Türklinken und Haken, die sich in der Wohnung finden.

Und außerdem: Wie gefällt euch das neue Blog-Aussehen? Ich find Zurzeit türkis die beste Farbe! Die beste Farbe, die es gibt (siehe Wand im Flur und Lieblingsschuhe).

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