Archiv der Kategorie: architektur

Das Schloss der Arbeit // Zeche Zollern

Den Vormittag des Dortmund-Tages verbrachten wir beim „Schloss der Arbeit„. So wird die Zeche Zollern genannt, zu Recht, denn so ein hübsches Gelände hätte man jetzt nicht unbedingt dort vermutet, wo Kohle gefördert wurde. Die Maschinenhalle ausgestattet mit einem großen Jugendstil-Tor (leider wird die Halle gerade renoviert und kann nicht betreten werden – ich hätte so gerne die riesigen Fenster von innen begutachtet), tolle geblümte Treppengeländer, mit hübschen Fliesen ausgeschmückte Räume und überhaupt – schon die Fassaden mit ihren Zinnen, Türmchen und Verzierungen rund um den grünen Innenhof haben etwas Schloßgarten-artiges. Der eine der Fördertürme kann bestiegen werden – ich bin Höhenangstkandidatin und habe es nicht bis ganz nach oben geschafft, das Zögern aber auf den kalten Wind geschoben. Und somit auf die Aussicht großzügig verzichtet. Bescheuert, aber is‘ so.

Eine Wonne ist die Ausstellung, die teilweise in der Waschkaue untergebracht ist. Hier lernt man einiges nützliches über das Leben der Bergmänner, die Ausbildung, die Arbeitsvorgänge und den Alltag auf der Zeche.

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I fell in love with rostigem Stahl // Phoenix West

Wer eine Fernbeziehung führt, weiß, dass man viel Zeit in Zügen, Autos und Flugzeugen verbringt und schon auch mal für ein Wiedersehen von 24 Stunden 12 Stunden unterwegs sein kann. Das macht man, um den anderen in seinem Zuhause zu besuchen, um ein bisschen gemeinsamen Alltag aufzuschnappen.

Wir fahren jetzt seit gut eineinhalb Jahren zwischen Berlin und München hin und her, und allzu oft passiert es, dass der besuchte Teil eben nicht geschafft hat, die Bude noch zu putzen und das am Samstag nachholen will, dass unter der Woche Arbeit liegen geblieben ist, die noch erledigt werden muss, dass man dann doch immer das gleich und gleichzeitig auch wieder nichts macht.

Deswegen – und weil Berlin oder München nicht die einzigen Orte sein können, an denen man sich aufhalten will – haben wir beschlossen, uns zukünftig öfter woanders zu treffen. Irgendwo, wo man lange schon einmal hin wollte.

So waren wir hübsche vier Tage im Ruhrgebiet. Ich war dort einmal vorher – für ziemlich genau 20 Stunden, zu einer Hochzeit, die in Essen und Oberhausen stattfand. Ich musste Sonntag ganz früh nach München zurück – die restliche Gesellschaft besichtigte noch die Zeche Zollverein, zu meinem großen Leidwesen.Dieser aktuelle Ruhrpottbesuch war ausführlicher und ereignisreicher – mit blauem Himmel und den schönsten rostigen Stahlbesichtigungen, die ich je hatte.

Wir wohnten in Bochum, im Hotel Aleppo, das direkt am Bergbaumuseum mit seinem Museumsbergwerk liegt  und das wir sofort nach Ankunft besuchten – ein perfekter Einstieg (äh, Ein-Fahrt) ins Ruhrgebiet.
Einen kompletten Tag verbrachten wir in Dortmund. Ich hatte vorher keinen Reiseführer gelesen, sondern eigentlich ausschließlich die Blogs von Fee und Juli. Und das war großartig. Denn so wußte ich, dass ich auf keinen Fall PHOENIX WEST links liegen lassen darf – ein wundervoller verfallener Ort (der Mann hat sich währenddessen im Fußballstadion erkältet).

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Besuch im Funkhaus 1

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass mein Faible für zerfallene Gebäude ein sehr großes ist. Es gibt einen Gebäudekomplex in Deutschland, der eine andere Leidenschaft, das Radio, gleich noch mit bedient: Das ehemalige DDR-Funkhaus Nalepastraße in Berlin. Letzten Sonntag hatte ich das vergnügliche Vergnügen, das Funkhaus einmal ordentlich zu besichtigen – nach einem ersten Kurzbesuch im Juli.
Trotz verdammt wenig Schlaf und einer langen Zugfahrt von München nach Berlin am Sonntag morgen war ich putzmunter, als wir nach zwei verpassten Bussen und einer rasenden Taxifahrt in der Nalepastraße ankamen. Schon die Pforte: Eine Schleuse durch mehrere Schwingtüren, dann Baustelle, dann Backstein. Viele tausend Quadratmeter Nutzfläche, in den 50ern durch Integration der Reste einer ehemaligen Fabrik in Neubauten von Franz Ehrlich als zentrales Funkhaus der DDR gebaut. Außen: Bauhausstil, große Wandflächen, lange Fenster, Gärten und Bäume, direkt am Ufer der Spree. Innen: Holzvertäfelung, originale Verkleidungen, Tapeten, Fußböden. Und überall eine unvergleichliche Akustik. Jedes Foyer, jeder Flur, jeder Raum klingt anders, ausgetüftelt, immer angenehm. Optisch eine Augenweide. Die meisten Räume sind vermietet, als Musiker würde ich auch einiges geben für so ein fabelhaft klingendes Studio. Wir sahen viele lange Gänge, einen Besprechungsraum mit „Flüsterakustik“, den großen Sendesaal mit seiner Orgel, Archivräume.

Hier ist Teil 1 der Bilder aus dem Funkhaus:

Olympiapark-Schwelgereien

Letztes Wochenende war schönes Wetter und da man bei schönem Wetter am besten nicht in der Bude sitzen bleibt, wurde ein Ausflug gemacht. Ins Grüne! Also ja, in den Park. In den Olympiapark. Der Münchner Olympiapark feiert 40. Geburtstag und deswegen gibt es dort ein lärmendes und blinkendes Volksfest und als Dreingabe wie jedes Jahr den theatron Musiksommer. Und was es immer immer gibt, nicht nur an Geburtstagen, ist das Olympiadorf, dieser Ort, der nicht Stadt noch Dorf ist, sondern eine eigene Welt, wo es nicht aussieht wie anderswo. Immer wieder bin ich erstaunt, wie sich dieses Dorf sortiert, wie diese großen Häuser mit den tausenden Balkonen aussehen, wie die Sonne durch die Straßen scheint und setze mich auf diesen zentralen Platz und gucke ein bisschen Dorf-Menschen. So auch am Wochenende. Und wir waren Hollywood-Schaukeln im München ’72 bei der Tennisanlage. Schaut.

Getaggt mit , , , ,

verlassene Monumente

Bei diesen Dingern bleibt mir die Spucke weg. Sie stehen im ehemaligen Jugoslavien an Stellen, an denen sich während des 2. Weltkrieges Schlachtfelder oder KZs befunden haben.

Alle Bilder kommen von dieser website.

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